Daniel Thalheim
Die Ausstellung, die ab dem 17. November 2023 in den Berliner Reinbeckhallen zu sehen ist, wird die größte in Clemens Tremels Karriere als neuer Realist und Anti-Romantiker in der Malerei sein. Seine Sujets erinnern an Caspar David Friedrichs Berg- und Eismeerlandschaften. Clemens Tremmel präsentiert die romantischen Ansichten in zerkratztem und aufgeworfenem Zustand, fast schon wie alte Fotoplatten oder Dias. Auch die Materialwahl von Trmmel scheint widersprüchlich; Öl auf Alumnium. Warm auf Kalt. Diese Temperaturunterschiede werden im Temperament seiner Werke allzu deutlich. Irgendwo zwischen der Feinsinnigkeit eines Romantikers und der Brachialität eines Emil Schumachers.
Wenngleich sich der Kunstfreund an das Vertraute wie einem Fels nähern kann und sich in der Ästhetik einer von Tremmel gemalten Landschaften verlieren könnte, wird ihm der Blick auf das Schöne versperrt; Kratzer, harsche Gegenüberstellungen und Spele mit Farben, Formen und Ansichten. Der Eindruck des Wahrhaftigen wird verworfen, wird in den Entwurf und in die Zerstörung zurückgeworfen. Malerei als vandalistischer Akt klingt nach viel Bedeutung und Können. Was sich Künstler im 19. Jahrhundert als endgültiges Zerwürfnis mit ihrem eigenen Schaffen angesehen hätten, wird bei Tremmel zur Kunst und zur Philosophie erhoben. So wird Malerei in seiner Zerstörung wiederum zu einem schöpferischen Spiel – auch mit uns als staunende Zuschauer.
CLEMENS TREMMEL | THE SUBLIME
ERÖFFNUNG | MORGEN 18 UHR
STIFTUNG REINBECKHALLEN | BERLIN REINBECKSTR. 17
AUSSTELLUNG | 17.11. – 16.12.2023
ZEITEN | FR – SO 12 – 18 UHR






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