Stockholmer Nationalmuseum zeigt Harriet Backer – Eine norwegische Pionierin für die Gleichberechtigung

Daniel Thalheim

Im Frühjahr und Sommer 2024 wird das schwedische Nationalmuseum in Stockholm eine Ausstellung über die Malerin Harriet Backer (1845-1932) zeigen. Sie gilt neben Edvard Munch als die einflussreichste Künstlerin Norwegens im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie war berühmt für ihre Darstellungen und Nuancierungen des Lichts und Atmosphäre in Innenräumen.
Laut dem Nationalmuseum gilt Harriet Backer (1845-1932) auf vielen Ebenen als eine Pionierin. Diese Pionierarbeit will das Nationalmuseum herausarbeiten.
Die ab Februar 2024 stattfindende Ausstellung will die innovativen Qualitäten ihrer Kunst sowie ihre zentrale Stellung in der norwegischen Kunstszene an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert hervorheben. Hierbei werden die Fragen bearbeitet inwieweit Backer zu einer so herausragenden Figur der
norwegischen Kunst wurde, und warum sich eine ganze Generation junger Maler, Männer und Frauen entschied, ihre Schüler und Nachfolger zu werden.

Was war los?

in den fünfzig Jahren von Harriet Backers Karriere gab es radikale Veränderungen in der norwegischen Gesellschaft, in den Rechten und Karrieremöglichkeiten der Frauen. Backer etablierte sich als Künstlerin in einer kosmopolitischen Kunstszene und verbrachte fünfzehn Jahre im Ausland. Zunächst lebte sie in München, danach in Paris, bevor sie bevor sie als vollendete Künstlerin in ihr Heimatland zurückkehrte. Sie wurde Zeugin des Einzugs der Klassischen Moderne in der Malerei im Zuge der Industrialisierung. Backers wichtigste Hauptinspiration in Frankreich war der aufkommende Impressionismus und die Gemälde von Claude Monet.

Wer war Harriet Backer?

Wie Monet war sie eine außergewöhnliche Koloristin und eine geschickte Darstellerin des Lichts. Sie wendete die Prinzipien der Pleinairmalerei auf ihre
auf ihre stimmungsvollen und ruhigen Interieurs an, in denen sie das Zusammenspiel von Licht und Luft darstellte. Sie lernte als Tochter eines Konsuls und Reeders bei den Malern und Zeichnern Johann Fredrik Eckersberg (1822-1870) und Jacob Calmeyer (1802-1883) – beide Koryphäen der norwegischen Romantik und Landschaftsmalerei.

Backer gab in ihren Gemälden wieder, dass sie eine akribische Beobachterin ihrer Umwelt war. Anders als ihre Lehrer porträtierte sie einfühlsam die vielen Räume ihrer Zeit und die Menschen, die sie bewohnten. Ihre Themen reichten von der bürgerlichen Wohnung bis zum Alltag bürgerlicher Frauen, von bäuerlichen Interieurs und dem Leben auf dem Land bis zur Kirche als Raum für spirituelle Erfahrungen und Rituale sowie dem eigenen Zimmer als Ort für künstlerisches Schaffen, Musik und kreative Gemeinschaft.

Die Schau

Die im Februar startende Ausstellung ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Nationalmuseum in Oslo, dem Kode in Bergen, dem Musée d’Orsay in Paris und dem Nationalmuseum in Stockholm. Die Ausstellung Harriet Backer umfasst rund 90 Werke, darunter Leihgaben des Nationalmuseums in Oslo, des Kode in Bergen und anderer öffentlicher und privater Sammlungen.

Die Ausstellung wandert im Herbst 2023 ins Nationalmuseum in Oslo, im Frühjahr und Sommer 2024 ins Nationalmuseum in Stockholm, im Herbst 2024 ins Musée d’Orsay in Paris und im Frühjahr 2025 in Kode in Bergen .

Die Ausstellung in Stockholm.

Harriet Backer – Treffe eine Pionierin der norwegischen Kunst um 1900.

22. Februar bis 18. August 2024

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