Daniel Thalheim
Vom 7. März bis 6. Juli 2025 zeigt die Gallerie Nazionali di Arte Antica im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten 2025 in Zusammenarbeit mit der Galleria Borghese, mit Unterstützung der Generaldirektion für Museen des italienischen Kulturministeriums und der Förderung ihres Hauptpartners Intesa Sanpaolo die große Ausstellung Caravaggio 2025 im Palazzo Barberini in Rom. Schon jetzt ist die Schau heißer Anwärter auf die Ausstellung des Jahres. Nach verschiedenen Medienberichten verkaufte die Nationalgalerie schon im Vorfeld rund 60.000 Eintrittskarten.
Malerei um 1600 – Barock war noch in weiter Ferne
Malerei und Bildhauerei standen um 1600 noch ganz im Einfluss der Renaissance. Bereits jetzt setzten in Italien und Frankreich Entwicklungen ein, die in das Barockzeitalter mündeten. Damals setzten Entwicklungen ein, die zum Absolutismus in Frankreich führten. Wir blicken auf die Anfänge von europaweiten Konflikten, die von den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts ausgehen: Dreißigjähriger Krieg, der Niederländisch-Französische Krieg im ausgehenden 17. Jahrhundert und der Devolutionskrieg im gleichen Zeitraum. Gefochten wurde auf dem ganzen europäischen Festland, aber auch in den überseeischen Kolonien. In der Gesellschaft waren vor allem religiöse und wirtschaftliche Konflikte manifestiert. Im Konfessionellen Zeitalter strukturierten und säkularisierten sich unter Einfluss von scholastischen und philosophischen Kräften Staat, Rechtssprechung und Religion. Die Welt wurde neu entdeckt; die amerikanischen Kontinente, Afrika, Asien wurden erforscht und kolonialisiert. Wissenschaft und Forschungen machten trotz Heiliger Inquisition und anderen religiösen Einflussnahmen Fortschritte. Dennoch lebte im Vorabend des Dreißigjährigen Krieges eine Vielzahl von Menschen in Europa in einer andauernden Krisensituation. Nicht zuletzt auch durch die andauernde Bedrohung durch die Osmanen an den Südrändern Europas; auf dem Balkan. In der höfischen Kultur blieben die Zeiten dennoch friedlich, wenn es um die Entwicklung von Kunst und Theater ging. So setzte der Barock bereits um 1600 ein und setzte erste Blüten in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges an. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entfaltete sich der prunkvolle und überbordende Stil vollends, um im frühen 18. Jahrhundert noch verspielter und luftiger in den Rokoko zu enden.
Welche Aspekte und Forschungen in die Ausstellung einfließen
An der Ausstellung arbeiten verschiedene Forscherinnen und Forscher mit, die sich mit der Spätrenaissance im Übergang zum Barock, insbesondere mit Caravaggio, auskennen. Die in Ferrarra dozierende Kunsthistorikerin Francesca Cappelletti trat bereits mit dem Buch Caravaggio and the Painters of the North (2017) in Erscheinung. Die Kunsthistorikerin Maria Cristina Terzaghi beschäftigte sich in der Vergangenheit ebenfalls mit diesem Ausnahmemaler. Thomas Clement Salomon ist der Direktor der Gallerie Nazionali di Arte Antica. Die von diesem Team kuratierte Ausstellung will den Blick auf die Phase lenken als sich die malerische Sprache vieler Künstler von der Renaissance löste und neue Darstellungs- und Ausdrucksformen entwickelte. Eines der bedeutendsten und ambitioniertesten Projekte mit Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio (1571–1610), umfasst eine außergewöhnliche Anzahl eigenhändiger Gemälde und eine Ausstellung mit schwer zugänglichen Werken und Neuentdeckungen an einem der Orte, die die Verbindung zwischen diesem Künstler und seinen Mäzenen symbolisieren. Im Palazzo Barberini wollen die Forscher_Innen den Kontext erforschen, der Caravaggio an die Spitze der damals in klerikalen und adeligen Kreisen bekannten Weltkunst führte. Natürlich eindrucksvoll in einer Ausstellung präsentiert, die die Kraft und Modernität seiner Malerei, die ihn zu einem der größten Meister der Malerei aller Zeiten machte, unterstreicht udn einem großen Publikum nahebringt.
Welche Bilder sind zentral in Caravaggios Werk?
Die Ausstellung vereint einige seiner berühmtesten Werke mit weniger bekannten, aber ebenso bedeutenden und bietet so neue, tiefgründige Betrachtungen der künstlerischen und kulturellen Revolution dieses Meisters. Sie untersucht erstmals und in einem so breiten Kontext die Innovationen, die er in die künstlerische, religiöse und gesellschaftliche Landschaft seiner Zeit brachte. Zu den ausgestellten Werken gehört eine bedeutende Leihgabe aus der Sammlung Intesa Sanpaolo – aus der Gallerie d’Italia Napoli – Das Martyrium der Heiligen Ursula, Merisis letztes Gemälde, das er kurz vor seinem Tod schuf. Weitere großartige Bilder schuf er mit Die Falschspieler (1594), Narziss (1599), Judith und Holofernes (1599), Bacchus (1598) und die Gefangennahme Christi (1602). Werke, die zum großen Teil in der Ausstellung gezeigt werden.
Caravaggio 2025 exhibition at Gallerie Nazionali di Arte Antica – Palazzo Barberini in Rome






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